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Homöopathie

Einführung

Homöopathie ist die von Dr. Samuel Hahnemann (1755 – 1843 ) entwickelte ganzheitliche Heilmethode mit potenzierten Mitteln. Der erkrankte Mensch wird als Einheit von Körper, Seele und Geist gesehen, dessen Lebenskraft durch innere oder äußere Einflüsse gestört ist. Die Krankheitssymptome sind Ausdruck des gestörten Gleichgewichts in allen drei Bereichen.
Bei einer homöopathischen Behandlung geht es um mehr als die Unterdrückung der äußeren oder körperlichen Symptome wie z.B. Schmerz oder Hautausschlag. Vielmehr wird die Selbstregulation des Organismus angeregt, so dass der Mensch in seiner Ganzheit gesunden kann. Damit verschwinden letztlich auch die Symptome.


Homöopathie...

  • erfasst und behandelt den ganzen Menschen: Körper, Geist und Seele
  • hilft dem Körper, sich selbst wieder zu regulieren
  • kann häufig bei chronischen Krankheiten weiterhelfen, die sonst eine Dauermedikation ohne Aussicht auf Heilung erfordern
  • entspricht dem zunehmenden Widerwillen vieler Patienten gegen eine schulmedizinische Medikation mit der Gefahr von Nebenwirkungen
  • ist nebenwirkungsarm und sanft


Geschichte der Homöopathie

Die Homöopathie wurde als therapeutisches System von dem deutschen Arzt Dr. Samuel Hahnemann zwischen 1790 und 1842 entwickelt.
Damals gab es wenig gesicherte Erkenntnisse in der Medizin, dafür aber zahllose Theorien und Hypothesen über die Natur der Krankheiten. Als gängige Behandlungsmethoden in Europa wurden Aderlass, Blutegeltherapie und Abführen praktiziert.
Dr. Hahnemann studierte Medizin in Leipzig, Wien und Erlangen(1775-1779), hospitierte in Wien bei dem Leibarzt der Kaiserin, Joseph Quarin ( Zitat Hahnemann: “Quarin verdanke ich alles, was an mir Arzt genannt werden kann.“). Er absolvierte eine Ausbildung in praktischer Pharmazie in der Mohrenapotheke in Dessau und heiratete die Adoptivtochter des Besitzers, Henriette Küchler, mit der er elf Kinder hatte.
Er arbeitete zunächst als niedergelassener Arzt, beschäftigte sich aber zunehmend mit medizinisch-chemischen Prozessen.
Aufgrund seiner Sprachbegabung übersetzte er auch regelmäßig wissenschaftliche Werke. Dabei stieß er 1790 auf die englische „Materia Medica“ von William Cullen, der die Wirkungen der Chinarinde beschrieb.
Mit seinem dokumentierten Selbstversuch mit Chinarinde führte er die erste Arzneimittelprüfung durch. Er stellte fest, dass er nach der Einnahme von Chinarindensaft malariaähnliche Symptome entwickelte, genau jene Symptome, die man durch die Gabe von China heilen konnte.
Er arbeite dieses Heilprinzip aus und stellte es sechs Jahre später 1796 in Hufelands Journal der praktischen Arzneikunde vor: “Similia similibus curentur“ (Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden) statt der alten Doktrin „Contraria contraris curentur“ (Gegensätzliches möge durch Gegensätzliches geheilt werden). Weiteres intensives Arbeiten ermöglichte 1810 die Veröffentlichung der Systematisierung der Grundsätze und Praxis der homöopathischen Heilkunst im „Organon der Heilkunst“ und seiner „Reinen Arzneimittellehre“. Im Jahr 1828 folgte das Werk „Chronische Krankheiten“.
Er dozierte an der Universität Leipzig, war Leibarzt des Herzogs Ferdinand von Anhalt-Köthen. 1835 übersiedelte er nach Paris, heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau ein zweites Mal und starb dort im Jahr 1843.

Nach dem Begründer Dr. Samuel Hahnemann gab es eine Reihe bedeutender Homöopathen, die alle zur Weiterentwicklung der Kenntnisse beigetragen haben. Einige Beispiele:
Von Bönninghausen (1785-1864)
C. Hering (1800-1880)
Adolf zur Lippe (1812-1888)
Henry C. Allen (1836-1909)
I.C. Burnett (1840-1901)
J.T. Kent (1849-1916)
W. Boericke (1849-1929)
C.M. Boger (1861-1935)
In der heutigen Zeit wurde und wird die Homöopathie wesentlich beeinflusst z.B. von Georgos Vithoulkas, Rajan Sankaran, Jan Scholten, M.L. Sehgal.
Es wird unterschieden zwischen der Komplexmittelhomöopathie und der Klassischen Homöopathie. Bei der Ersteren werden nur Symptome von akuten Krankheiten mit homöopathischen Mischungen behandelt. In der Klassischen Homöopathie, die eine längere Anamnese erfordert, werden Einzelmittel gegeben, um eine Heilung des ganzen Organismus zu erreichen. Außerdem haben sich weltweit verschiedene Behandlungsstrategien entwickelt.


Prinzipien: Die vier Säulen der Homöopathie


1.Die Lebenskraft

Solange wir am Leben sind, existiert in unserem Organismus eine immaterielle Kraft, ein Prinzip, das alles am Laufen hält und alle Bereiche – Körper, Geist und Seele –aufeinander abgestimmt funktionieren lässt. Erlischt die Lebenskraft, sind wir tot. Ist sie geschwächt, entsteht eine Disharmonie der drei Bereiche, eine Dysbalance und letztendlich Krankheit mit Krankheitszeichen = Symptome.
Werden nur Symptome wegtherapiert, entsteht oft keine Heilung und die Krankheitszeichen wiederholen sich (z.B. Hauterkrankung nach Cortisongabe, Gelenkschmerzen nach Antiphlogistika), weil die Balance, die Lebenskraft nicht wiederhergestellt ist. Zu dieser Gesundung braucht es Impulse, z.B. durch ein homöopathisches Mittel.

2.Das Ähnlichkeitsprinzip

Similia similibus curentur – Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden. Eine Substanz erzeugt bei Einnahme ein Vergiftungsbild: nehmen wir z.B. eine größere Menge Kaffee oder Tabak. Beide Vergiftungsbilder ergeben psychische und körperliche Krankheitssymptome. Genau diese Substanzen Kaffee oder Tabak können als potenzierte Arznei jeweils eine Krankheit heilen, die der entsprechenden Vergiftung ähnelt.
Ist der Patient z.B. hochaktiv bis überdreht mit Schlaflosigkeit und Herzklopfen, strömen ständig neue Gedanken auf ihn ein, sodass er sich mehr als angeregt fühlt, könnten wir auf die Idee kommen, er hätte zuviel Kaffee getrunken. Wenn ja, soll er ihn logischerweise reduzieren; wenn nein, ist evtl. hochpotenziertes Coffea das richtige Heilmittel für seine Ruhelosigkeit und das Herzklopfen.

3.Die Arzneimittelprüfung

Hahnemann selbst führte die erste homöopathische Arzneimittelprüfung mit Chinarinde durch, wobei er seine Symptome nach der Einnahme von Chinarindensaft genau dokumentierte. Im Laufe seiner Arbeit unternahm er ca. 100 derartige dokumentierte Selbstversuche, die heute noch wichtige Grundlage der homöopathischen Therapie sind.
In der Folgezeit bis heute werden diese Arzneimittelprüfungen nur mit potenzierten Stoffen durchgeführt, um die Prüfer nicht durch giftige Substanzen zu gefährden. Dokumentiert werden die Wirkungen auf allen Ebenen von Körper, Geist und Seele. Z.B. die o.g. Wirkung des Kaffees: als physische Wirkung tritt meist Herzklopfen bis Herzstolpern, Zittern der Extremitäten, Durchfall, Schlaflosigkeit und schließlich Erschöpfung auf; als geistige Wirkung Wachheit, schnelles Denken und Gedankenzudrang; als psychische Wirkung Erregung, Schreckhaftigkeit. Diese dokumentierten Krankheitssymptome werden, wenn sie gesichert sind, in die Repertorien übernommen und stehen dann bei der Mittelsuche zur Auswahl.

4.Das Potenzieren der Arznei

Da viele Arzneistoffe in der Reinform giftig sind und bei immer geringerer Dosis schließlich gar keine Wirkung mehr haben, kam Samuel Hahnemann auf die Idee, sie zu potenzieren. D.h. er verdünnte den Ausgangsstoff schrittweise immer weiter mit Alkohol und verschüttelte das Mittel bei jedem Verdünnungsschritt. So erhielt er die spezifische Energie des Arzneistoffes, die selbst dann erhalten bleibt, wenn das Mittel so weit verdünnt ist, dass chemisch kein Molekül mehr nachweisbar ist. Vorstellbar ist dies als Übertragung eines Informationsmusters auf die Trägersubstanz wie das Aufspielen von Musik auf eine CD.
Die Methode der Potenzierung wird bis heute so angewandt, wobei manche Ausgangsstoffe mit Milchzucker verrieben werden. Die Ausgangsstoffe kommen aus dem Pflanzen-, Tier- oder Mineralreich. Die Mittel sind in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen erhältlich.
Für die Herstellung homöopathischer Arzneimittel werden nur sehr geringe Mengen der Ausgangssubstanz benötigt. So entsteht kein Ressourcenproblem und die Produktion ist mit wesentlich weniger Kosten verbunden als bei der Allopathie.


Die homöopathische Behandlung in der Praxis


1.Die Anamnese

Zunächst erfolgt in meiner Praxis eine schulmedizinisch-diagnostische Abklärung. Ist danach eine homöopathische Behandlung Erfolg versprechend, wird die homöopathische Anamnese erhoben.
In diesem umfassenden Erstgespräch wird der Mensch in seinen ganzheitlichen Qualitäten erfasst: die Symptome seiner Krankheit und wie er auf diese Beschwerden reagiert; körperliche, geistige und seelische Besonderheiten, seine Gemütsverfassung, seine Lebensgewohnheiten. Die Gesprächdauer liegt nur selten unter einer Stunde, gewöhnlich darüber und bei Bedarf auch bei mehreren Stunden.
Das, was das Spezifische, Unverwechselbare der Person ausmacht, führt schließlich zur Wahl des richtigen individuellen Mittels.

2.Die Repertorisierung

Nach der Anamnese werden die erfassten Symptome und Eigenheiten nach ihrer Wichtigkeit für die Mittelsuche eingestuft und dann repertorisiert. In mehreren Nachschlagewerken, auch mit Hilfe von PC-Programmen werden die in Frage kommenden Mittel herausgesucht. Schließlich erfolgt noch eine Differenzierung im Hinblick auf die Passung zur Gesamtpersönlichkeit des Patienten.

3.Die Mittelgabe und der Behandlungsverlauf

Für das ausgewählte Arzneimittel wird die passende Potenz (Verdünnungsstufe) und die Einnahmehäufigkeit festgelegt. Hohe Potenzen werden seltener gegeben, tiefe Potenzen und Q-Potenzen werden regelmäßig eingenommen, wobei die individuelle Empfindlichkeit oder Reaktionsfähigkeit des Kranken eine Rolle spielt.
Bei chronischen Krankheiten kann es nach der Mittelgabe zur Erstverschlimmerung kommen, d.h. alte Symptome treten noch einmal heftiger in Erscheinung oder es können vorübergehend äußere Symptome wie z.B. ein Hautausschlag auftreten. Das ist für den Patient lästig, bedeutet aber, dass der Heilprozess eingeleitet ist.
Es kommt vor, dass sich im Lauf der Behandlung das Krankheitsbild nur zum Teil bessert oder sich verändert, sodass ein Wechsel des Mittels angezeigt ist. So wird immer wieder der Verlauf beobachtet, dokumentiert und evtl. eine (kürzere) Folgeanamnese durchgeführt.


Indikationen und Grenzen der Homöopathie

Homöopathie wirkt bei vielen akuten und chronischen Krankheiten heilend oder unterstützend. Besonders hilfreich ist sie oft bei schulmedizinisch nicht oder nicht mehr therapierbaren Fällen.
Es gibt selbstverständlich auch Grenzen der Methode:
  • Fortgeschrittene Gewebszerstörung kann nicht rückgängig gemacht werden
  • Mangelzustände durch Fehlernährung oder Aufnahmestörungen
  • Mangelnde Krankheitssymptome
  • Blockierte Reaktionsfähigkeit des Organismus




 
Doktor der Medizin Samuel Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie.
Doktor der Medizin
Samuel Hahnemann
(1755 - 1843)

ist der Begründer der Homöopathie.

Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Diese Regel ist das Grundprinzip der Homöopathie.
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